Wagners Reisen: Indien 2010    Zu den BILDERN

DELHI

   Dann unsere letzte Etappe, die Fahrt nach DELHI. Zuerst durchs Industriegebiet, dann gehts von Baustelle zu Baustelle, (Die 19. Commonwealth Games sollen im Oktober 2010 stattfinden. Ausgetragen werden Wettbewerbe in 17 Sportarten. Als Demonstrationssportart steht das asiatische Fangspiel Kabaddi auf dem Programm.), Metro, Hochbahn, Brücken, Gehsteige usw. werden errichtet, ganze Stadtteile abgerissen.

   Wir sehen den Qutab Minar, den höchsten Steinturm Indiens, der um 1200 n. Chr. aus den Überresten von 27 älteren Tempeln erbaut wurde. Die Ruinen der frühesten Hofmoschee in Indien, die Quwwat-ul-Islam Moschee wurde von Qutb-ud-din Aybak erbaut, dem ersten Sultan von Delhi. Der Bau begann im Jahr 1190. Heute ist die Moschee leider nur noch eine Ruine, aber man sieht noch stehende Bögen mit reichen Verzierungen. Es gibt zahlreiche florale Ornamente und geometrische Reliefs. Weiters sehen wir den Iron Pillar (2000 Jahre alt) aus purem nichtrostendem Eisen. Die Säule hat eine Länge von 7,3 m, wovon sich ein Meter unter der Erde befindet, und wiegt mehr als 6 Tonnen. Sie wurde als Fahnenmast zu Ehren des hinduistischen Gottes Vishnu und zum Gedenken an Kaiser Candra Gupta II (375-413 n.Chr.) errichtet.

   Die Jama Masjid ('Freitagsmoschee'), in Delhi ist die größte Moschee Indiens und eine der größten der Erde und liegt mitten im Bazar-Viertel. Sie befindet sich auf einer neun Meter hohen Erhebung im Zentrum von Shahjahanabadin der Altstadt von Delhi. Die Jama Masjid erhebt sich an der Westseite eines ummauerten Hofes, der über von drei Seiten aufsteigende Freitreppen und drei doppelstöckige Torbauten zugänglich ist. Auf dem über 90 m langen Hof finden mehr als 20.000 Gläubige Platz. In seiner Mitte befindet sich ein Wasserbecken für die Reinigung vor dem Gebet. An den hohen mittigen Iwan schließen sich beiderseits je fünf Arkaden an, an deren Ende jeweils ein 40 m hohes Minarett aufragt. Jedes der beiden Minarette krönt ein zwölfseitiger, offener Pavillon. Drei weiße, mit senkrechten schwarzen Streifen versehene Zwiebelkuppeln, deren mittlere die größte ist, schließen die Moschee ab. Für den Bau wurde im Wesentlichen roter Sandstein verwendet. Die Fassade ist zum Teil mit weißem Marmor verkleidet, in den persische Inschriften eingelassen sind. Auch die Kuppeln bestehen aus weißem Marmor, die Streifen aus schwarzem Marmor. Die von 260 Säulen gesäumte Gebetshalle ist nach Mekka im Westen ausgerichtet. Wir müssen wiedermal die Schuhe ausziehen und die Frauen bekommen äußerst modische Kleider.

   Im Raj Ghat, das wie eine Parkanlage angelegt ist, sind die Größen der indischen Nation eingeäschert worden.

   Räumlich voneinander entfernt findet man folgende Gedenkstätten:
   Mahatma Ghandi - ermordet 1948
   Jawaharlal Nehru - gestorben 1964
   Sanjay Ghandi - gestorben 1980
   Indira Ghandi - ermordet 1984
   Rajiv Ghandi - ermordet 1991

    Dann machen wir eine Stadtrundfahrt in Neu-Delhi. Das India Gate, offiziell 'All India War Memorial', ist 1921 entworfen worden. Der 42 m hohe Bogen ähnelt dem Arc de Triomphe in Paris. Es erinnert an die 90.000 indischen Soldaten, die im Ersten Weltkrieg für Großbritannien ihr Leben ließen. Eingemeisselt sind die Namen von 3.000 indischen und britischen Soldaten vom Afghanistankrieg und auch die Toten im Krieg zwischen Indien und Pakistan im Jahre 1971 werden durch das Denkmal unter dem India Gate geehrt.

   Das Parlamentsgebäude, heute bekannt als 'Sansad Bhavan'. Das niedrige Rundgebäude bedeckt eine Grundfläche von mehr als 20.000 Quadratmeter. Das Sansad Bhavan präsentiert sich von außen als ein Kreis aus 144 Stützsäulen und einem darüber liegenden Stockwerk mit einer zentralen Kuppel.

   Zum Schluß sehen wir noch den Sikhtempel Gurudwara Bangla Sahib auf der Chandni Chowk in Old Delhi. Er ist an der Stelle erbaut, an der Mogul-Herrscher Aurangzeb 1675 den neunten Sikh-Guru Tegh Bahadur enthaupten ließ. Praktizierende Sikhs, vor allem männliche Religionsanhänger, erkennt man an einem kunstvoll gebundenen Turban, Kopfbedeckung samt ungeschnittenem Haar - eine Tradition. Als Ausdruck von Geschwisterlichkeit tragen Sikh-Männer den gemeinsamen Nachnamen Singh (Löwe). Ein Gurudwara ('Tor zum Guru) wird immer dort errichtet, wo die Anzahl der Sikhs es rechtfertigt, einen solchen zu bauen. In Gurudwaras beten die Sikh und halten Gebetsgesänge (Kirtan) ab. Musikanten mit Tablas und Harmonium spielen eine hypnotische Melodie, die sie auch mit Gesang begleiten. Gurudwaras stehen allen Menschen unabhängig von ihrer Konfession offen und jeder Mensch bekommt zu Essen. So weisen die vier Eingänge in die vier Himmelsrichtungen, um zu zeigen, dass die Sikhs allen Menschen offen gegenüberstehen und sie willkommen heißen in ihrem Tempel. Jeder, der ein Gurdwara betritt, ist zum Tragen einer Kopfbedeckung verpflichtet. Gurdwaras sind rund um die Uhr offen.
   Gesessen wird im Schneidersitz und auf dem Boden. Morgens, mittags und abends findet ein gemeinsames Mahl statt, das Langar. Es wird durch Spenden finanziert und von ehrenamtlich arbeitenden Sikhs selber zubereitet. Hauptbestandteile eines solchen Langars sind meistens die Linsensuppe Dal, die oft auch Speise der Armen ist und daher die Gleichheit aller Menschen betont, und Reis.
   Das in den letzten Strahlen der Abendsonne wie Gold schimmernde Gebäude liegt an einem großen Wasserbecken, auch heute kommen viele Pilger aus ganz Indien hierher, um von dem Wasser zu trinken, weil sie sich Linderung ihrer Erkrankungen erhoffen.

   Dann nehmen wir unser letztes Abendessen in Indien im 5 Sterne Gefrierschrank des Hotels ASHOK ein. Hier gibt es für unsere Reisegruppe 2 Zimmer, die wir alle nutzen um uns ein wenig frisch zu machen. Um 22.15 Uhr werden wir zum Flughafen gebracht. Flug angenehm ruhig und so konnten wir doch ein wenig schlafen.
Ankunft in Wien 10.06 Uhr.